MEiST HEiTER & SONNiG

22jährige Studentin aus München startet hier den Versuch, der geistige Offenheit Raum zu geben, obschon das wie eine additive Mischung aus etwas Grün hinter den Ohren und aus Blausein klingen mag. Die Farbpsychologie nennt das übrigens Cyan.
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Ich will für einen Kreis schreiben, der Wunder bewirken kann. Nur Kinder können beim Lesen Wunder bewirken. Darum brauchen Kinder Bücher.

Schulbibliothek (1958:3) Astrid Lindgren wurde immer mal wieder gefragt, ob sie nicht irgendwann anfangen wolle, ”richtige” Bücher zu schreiben. Via astridlingren.se. Zum 10. Todestag der großen Schriftstellerin Astrid Lindgren.

Mögen Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, Ronja Räubertochter, Madita, Mio, Kalle Blomquist und die Brüder Löwenherz noch lange in Wunder bewirken!

Iris Radisch meldete sich am 23. Februar in der Debatte um Christian Krachts Imperium vor allem stellvertretend für Literaturkritiker:

Vielleicht ist es […] wirklich ein ernst zu nehmendes Spiel mit dem Feuer. Vielleicht ist es aber auch nur ein absurdes Spiel mit der Asche eines längst erloschenen Weltenbrandes. Ob hinter den Schleiern der komödiantischen Fiktion ein sinistrer ideologischer Restposten der Vormoderne oder etwas ganz Neues am Horizont aufscheint – darüber zu streiten, sind wir Kritiker da. 

Im Artikel bleibt aber auch nicht unerwähnt, was für den Autor und das Verständnis von Literatur oder Kunst im Allgemeinen zur Folge hat. Die Schriftsteller, die sich an den Spiegel-Chefredakteur wandten (darunter Daniel Kehlmann, Peter Stamm, Monika Maron, Elfriede Jelinek, Kathrin Schmidt und Feridun Zaimoglu), sprechen in ihrem offenen Brief vom

Ende jeder literarischen Phantasie, von Fiktion, Ironie und damit von freier Kunst.

Denn für jeden Germanisten ist seit dem ersten Semester im Grunde klar:

Verboten ist […], den Autor eines Romans für seinen Erzähler haftbar zu machen.

Hier geht’s zum Artikel, nicht aber, ohne folgende Begriffserklärungen:

Weiterlesen

“Und wenn im Herbst die Fluten höher stiegen und manch ein Mal die Arbeit eingestellt werden musste, dann ging er nicht mit den andern nach Haus, sondern blieb, die Hände über die Knie gefaltet, an der abfallenden Seeseite des Deiches sitzen und sah stundenlang zu, wie die trüben Nordseewellen immer höher an die Grasnarbe des Deiches hinauf schlugen; erst wenn ihm die Füße überspült waren und der Schaum ihm ins Gesicht spritzte, rückte er ein paar Fuß höher und blieb dann wieder sitzen. Er hörte weder das Klatschen des Wassers noch das Geschrei der Möwen und Strandvögel, die um oder über ihm flogen und ihn fast mit ihren Flügeln streiften, mit den schwarzen Augen in die seinen blitzend; er sah auch nicht, wie vor ihm über die weite, wilde Wasserwüste sich die Nacht ausbreitete; was er allein hier sah, war der brandende Saum des Wassers, der, als die Flut stand, mit hartem Schlage immer wieder dieselbe Stelle traf und vor seinen Augen die Grasnarbe des steilen Deiches auswusch.”
- Aus Theodor Storms Schimmelreiter.

Die Grafik zeigt den Hauke-Haien Deich und Koog aus der Novelle. Via the Michigan State University.

“Und wenn im Herbst die Fluten höher stiegen und manch ein Mal die Arbeit eingestellt werden musste, dann ging er nicht mit den andern nach Haus, sondern blieb, die Hände über die Knie gefaltet, an der abfallenden Seeseite des Deiches sitzen und sah stundenlang zu, wie die trüben Nordseewellen immer höher an die Grasnarbe des Deiches hinauf schlugen; erst wenn ihm die Füße überspült waren und der Schaum ihm ins Gesicht spritzte, rückte er ein paar Fuß höher und blieb dann wieder sitzen. Er hörte weder das Klatschen des Wassers noch das Geschrei der Möwen und Strandvögel, die um oder über ihm flogen und ihn fast mit ihren Flügeln streiften, mit den schwarzen Augen in die seinen blitzend; er sah auch nicht, wie vor ihm über die weite, wilde Wasserwüste sich die Nacht ausbreitete; was er allein hier sah, war der brandende Saum des Wassers, der, als die Flut stand, mit hartem Schlage immer wieder dieselbe Stelle traf und vor seinen Augen die Grasnarbe des steilen Deiches auswusch.”

- Aus Theodor Storms Schimmelreiter.

Die Grafik zeigt den Hauke-Haien Deich und Koog aus der Novelle. Via the Michigan State University.